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 „The start is given within the next 15 seconds“. Der Schuss knallt, das Licht springt von Rot auf Grün, einklicken und los. Beim Start in Leogang geht es direkt in den ersten Anstieg. Auf den Antrieb wirken jetzt bis zu 1200 Watt ein. Ein Klick am Schalthebel, ein leises Sirren des Servomotors und die Kette wechselt schnell und präzise auf das nächste Ritzel. Der Gang sitzt. Kein störender Ruck, kein Nachdenken. Nur treten. Wasser und Dreck spritzen mir ins Gesicht. Ich bin fokussiert. Links vor mir ein Sturz, ich weiche aus. Nun wird es enger, die einhundert Cross-Country-Fahrer müssen sich über eine schmale Brücke zwängen. Erste Sportler steigen ab, auch ich springe vom Rad, renne ein paar Meter, bin wieder in den Pedalen und schalte erneut. Zeit über das Material nachzudenken, bleibt dabei nicht.

Der UCI Mountainbike World Cup in Leogang (Cross Country Olympic U23) ist für mich in diesem Jahr der zweite Auftritt auf internationaler Bühne und im Wetterbericht zeichnete sich an diesem 14. Juni bereits länger ein extrem regnerischer Tag ab, Schlamm und Matsch vom Feinsten. Nach einem herausfordernden Saison-Auftakt habe ich in den letzten Wochen alles richtig gemacht. Perfektes Training, perfekte Ernährung, Regeneration und mentale Vorbereitung. Zudem hat die gesamte Mannschaft des Riese & Müller MTB Racing Teams dafür gesorgt, dass ich mit perfektem Material an den Start des Rennens gehe. Bereits ein Jahr Erfahrung in der neuen Altersklasse U23 liegt jetzt hinter mir und für das zweite Jahr habe ich mir große Ziele gesteckt. All die Trainingsstunden mit der Nationalmannschaft, zu Hause oder im Trainingslager, mit dem einen Ziel, aus der letzten Startreihe startend, weit nach vorne zu fahren. Denn das bedeutet der Aufstieg in die U23. Die weltweit besten jungen Fahrer kämpfen um jeden Platz, reisen, verzichten, optimieren und drehen an jeder Stellschraube, um ihre persönlichen Ziele - in meinem Fall in diesem Jahr die WM-Nominierung - zu erreichen.

Besonders die Technik des Bikes steht dabei auf dem Prüfstand. So wie der Fahrer selbst, muss auch das Rad auf jeder Strecke und bei jedem Wetter funktionieren. Leogang ist also der ultimative Test, besonders für meinen brandneuen SHIMANO XTR Di2 Antrieb. Aus Erfahrung weiß ich schon, wie präzise und sauber das Schalten bei Trockenheit funktioniert, doch Nässe und Matsch können auch die besten Systeme durcheinanderbringen.

 

Alles passt, der Start gelingt nahezu brillant und schon nach einer Runde finde ich mich, von Position 90 gestartet, auf Platz 40 wieder. Die Beine sind leicht und besonders merke ich, wie ich bei schnellen Geschwindigkeitsänderungen einen großen Vorteil durch die elektronische Di2 habe. Die erste schnelle Abfahrt und direkt rein in den steilen Gegenanstieg. Die XTR schaltet in einer enormen Geschwindigkeit problemlos herunter und ich kann konstant viel Druck aufs Pedal bringen.

So arbeite ich mich Runde für Runde stetig nach vorne. Besonders fällt auf, wie ich ab der Hälfte des Rennens Positionen in der Technical Zone gut mache. Regelmäßig müssen Fahrer anhalten, weil die Kette vom Kettenblatt gesprungen ist oder die Schaltung nicht mehr sauber arbeitet. Bei Puls 180 bekomme ich das im Rennen nur am Rande mit. Ich höre nur ein leises Klicken, Sirren und spüre die Kette sanft auf das nächste Ritzel springen. Ich bin im Flow, genauso wie mein Bike.

 

In solchen Momenten denke ich nicht über die Schaltung nach, einzig dieses spezielle Geräusch des Gangwechsels gibt mir Sicherheit. Was alles hinter dem kleinen Geräusch steckt, merkt man erst, wenn man genauer hinschaut. Die XTR Di2 funktioniert kabellos über die Akkus in Schalthebel und Schaltwerk. Keine Kabel, stattdessen ein aufgeräumtes Cockpit und eine nutzerfreundliche Handhabung. Schon mehrere Jahre fahre ich begeistert SHIMANO, aber jetzt haben sie das Schalten auf eine neue Evolutionsstufe gebracht: Präzise und unaufgeregte SHIMANO-Qualität. Das schafft mir Ruhe in einem sonst so chaotischen Rennen.

Ergonomisch überzeugt der neue Schalthebel vollends. Er wird mit dem Daumen bedient und die verstellbaren Tasten sind bereits nach wenigen Metern perfekt auf meinen Fahrstil und die Position meiner Hand eingestellt. Was mir im Besonderen nach einem Jahr Di2 auffällt, ist die Robustheit des Schaltwerks. Kein einziges Mal musste ich das Schaltwerk nach einem Schlag gegen einen Stein justieren oder gar austauschen. So kann ich mich auch auf langen Trainingsfahrten auf mein Material verlassen.

 

Die Geschwindigkeit der Schaltvorgänge ist ein absoluter Game-Changer für mich. Niemand der gerade Höchstleistungen auf die Pedale überträgt, will ernsthaft noch über den richtigen Gangwechsel nachdenken müssen. Aber genau das hebt für mich die Di2 von vielen anderen Schaltgruppen ab. Sie schaltet in jeder Situation, unter Last oder nicht, schnell und sauber, hoch wie runter.

Am Ende geht es im U23 World Cup nicht nur um die drei Fahrer auf dem Podium. Hinter ihnen stehen mehr als hundert Fahrer, die genau dasselbe versuchen: schneller fahren, länger durchhalten, andere Fahrer einholen, überholen, einen nach dem anderen. Jeder von ihnen sucht nach den Stellschrauben, die am Ende den Unterschied machen können. Genau das ist, was ich bei der XTR Di2 am meisten spüre. Diese Stellschraube ist kein einzelner spektakulärer Moment, sondern die fortlaufende Summe aus vielen kleinen, exakten und souveränen Entscheidungen und schlichtem Funktionieren.