Am 10. Mai 2026 war es wieder soweit: Marly Grav Race, präsentiert von SHIMANO, ging in die nächste Runde. Valkenburg ist als Austragungsort im UCI Gravel Kalender kein Zufall. Die Region um den Cauberg gehört zu den bekanntesten Radsport Schauplätzen der Niederlande, und das SHIMANO Experience Center vor Ort bildet die perfekte Kulisse für ein Event dieser Größenordnung. Insgesamt gingen rund 2.500 Starterinnen und Starter an den Start, allein in meiner Altersklasse 19 bis 34 waren es etwa 700.
Der Massenstart begann um 8:50 Uhr mit den Elite Frauen, gefolgt von den Elite Männern um 9:10 Uhr. Meine Altersklasse, Männer 19 bis 34, wurde direkt danach um 9:12 Uhr auf die Strecke geschickt. Wer vorne stehen wollte, musste deutlich früher da sein. Ich war bereits um 7:15 Uhr am Vorstart, um mir einen guten Startplatz zu sichern. Am Ende reichte es für Startreihe 3, kein Spitzenplatz, aber eine solide Ausgangsposition für ein Feld dieser Größe.
Schon im Vorfeld war mir klar, dass mir der Kurs nicht hundertprozentig liegen würde. Valkenburg bedeutet kurze, knackige Anstiege statt langer, gleichmäßiger Belastung, ein Streckencharakter, der andere Stärken verlangt als die, auf die ich mein Training normalerweise ausrichte.
Für das Rennen bin ich mit meinem Ridley Astr RS Gravelbike an den Start gegangen, ausgestattet mit einer 1x SHIMANO GRX Schaltung (10 bis 51 Kassette) und einem 52er Kettenblatt vorne. Eine bewusst großzügig übersetzte Kombination, die auf den anspruchsvollen Wechsel aus Anstiegen und schnellen, flachen Passagen ausgelegt war.
Bereift war das Rad mit 45mm Schwalbe-Reifen: hinten ein RS-Modell für mehr Grip und Traktion an den Anstiegen, vorne das schneller rollende RX-Modell. Diese Kombination sollte eine gute Balance zwischen Kontrolle in technischen Passagen und Effizienz auf schnellen Abschnitten liefern.
Nach dem Start ging es sofort zur Sache. Bereits nach rund 2 Kilometern führte die Strecke über den legendären Cauberg, nach der langen Wartezeit am Vorstart und der kalten Startphase ein richtig harter Brocken. Die Beine waren noch nicht richtig warm, entsprechend musste ich am Berg einige Plätze abgeben und sah zunächst zu, wie sich das Feld vor mir sortierte.
Statt den verlorenen Boden abzuschreiben, habe ich mich zurückgekämpft. Über weite Strecken des Rennens gelang es mir, mich in der Spitzengruppe zu behaupten und dort mitzufahren, ein Bereich, in dem sich am Ende die Platzierung entscheidet.
Letztlich war es aber der Streckencharakter selbst, der mir zusetzte. Die vielen kurzen, knackigen Anstiege in Folge, genau das, was den Kurs in Valkenburg ausmacht, haben mir mit der Zeit spürbar den Stecker gezogen. Diese Art von wiederholten, intensiven Belastungsspitzen ist etwas anderes als längere, konstante Anstiege, und genau hier fehlte am Ende die Reserve.
Am Ende stand ein Platz in den Top 25 meiner Altersklasse zu Buche, und damit auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Auf dem Papier ein gutes Ergebnis angesichts der starken Konkurrenz und der rund 700 Startern allein in meiner Altersklasse.
Wirklich zufrieden bin ich mit dem Rennen dennoch nicht. An diesem Tag, mit diesem Streckenprofil und meiner aktuellen Form war aber schlicht nicht mehr drin. Der Kurs mit seinen vielen kurzen Rampen hat meine Schwächen offengelegt, und auch wenn das Ergebnis für die WM Quali reicht, bleibt das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre, auf einer Strecke, die besser zu meinen Stärken passt.
Unabhängig vom eigenen Abschneiden war das Event selbst ein Highlight. Die Location am SHIMANO EXPERIENCE CENTER in Valkenburg war top organisiert und bot ein rundum stimmiges Drumherum für ein Rennen dieser Größe.
Für mich zählt Gravel Valkenburg zu den besten Events im gesamten UCI Gravel Kalender. Anspruchsvolle Strecke, professionelle Organisation und eine Atmosphäre, die den Aufwand für die frühe Anreise zum Vorstart im Nachhinein absolut wert war.