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Kaum ein Extremsportler hat in den letzten Jahren eine so vielseitige und beeindruckende Bilanz an Abenteuern und Rekorden vorzuweisen wie Jonas Deichmann. Seit 2017 widmet er sich einer Langzeit-Challenge nach der anderen. Obwohl bei ihm in den letzten Jahren Triathlon-Herausforderungen im Fokus standen, bleibt das Fahrradfahren Jonas‘ Paradedisziplin – manchmal auf dem Rennrad und vermehrt auch auf dem Gravelbike.

 

Wir geben euch  eine Übersicht über seine bisherigen Abenteuer und Herausforderungen: Ein Rückblick, der zugleich ein Ausblick sein soll. Denn Jonas Deichmann plant 2026 eine große Route entlang den Grenzen Europas. Die Ideen gehen ihm nie aus.

 

„Weltumrundungen kann man ja nie genug machen,“ ist und bleibt sein Motto. Dazu gehören auch wie 2026 geplant Europaumrundungen.

 

Chronologisch starten wir mit seiner ersten großen Radreise 2017, der Eurasia-Challenge. 2018 war sein zweites großes Abenteuer: Die Panamerica Solo. Seitdem wird er von SHIMANO unterstützt:

 

  • Vor 2017: Wie Jonas zum Abenteurer wurde
  • 2017: Die Eurasia-Challenge: Portugal – Wladiwostok (Russland)
  • 2018: Panamerica Solo: Alaska – Feuerland
  • 2019: Alps Extreme
  • 2019: Cape to Cape: Nordkap – Kapstadt
  • 2020: Triathlon um Deutschland
  • 2020-2021: Triathlon 360° – Triathlon um die Welt
  • 2023: Trans America Twice: Zweifache USA Durchquerung von New York bis Los Angeles und zurück
  • 2024: Challenge 120: 120 Triathlon Langdistanzen in 120 Tagen
  • 2025: Langdistanz mit Freunden
  • 2026: Geplant: Tour around Europe

Vor 2017: Wie Jonas Deichmann zum Abenteurer wurde

Bevor Jonas Deichmann 2017 im Alter von 30 Jahren mit seinem ersten Weltrekord durch Eurasien seine Karriere als Abenteurer startete, hatte er schon längst den Grundstein gelegt: Durch eine Kombination aus Leistungssport in der Jugend und ausgedehnten Radreisen während seiner Studienzeit.

 

Bis zum Alter von 17 Jahren bestritt Jonas ambitioniert Straßenrennen, bevor er während seines Studiums in International Business in Schweden, Brasilien, Singapur, Dänemark und Indien mit dem Radreisen begann. So schaffte er etappenweise eine Weltumrundung, indem er die freie Zeit fürs Radfahren nutzte. Aus der Verbindung von Entdeckergeist und Leistungssport entstand schließlich die Idee, Radreisen im Unsupported-Stil mit sportlicher Leistung zu verbinden.

 

Nach zwei Jahren im Berufsleben startete er 2017 sein erstes Rekordprojekt durch Eurasien. Noch während der Fahrt traf er die Entscheidung, seinen Job im Softwarevertrieb endgültig gegen ein Leben als Vollzeit-Abenteurer einzutauschen.

2017 – Die Eurasia-Challenge: Portugal – Wladiwostok (Russland)

Ohne Sponsoren und professionellen Support startete Jonas Deichmann 2017 sein erstes großes Abenteuer: Die Eurasia Challenge, bei der es darum ging die komplette eurasische Landmasse vom westlichsten Punkt in Portugal bis tief in den Osten nach Sibirien/Russland zu durchqueren. Gleich bei seiner ersten großen Herausforderung stellte er zwei Weltrekorde auf.

 

Die Fakten:

 

  • Von Cabo da Roca (Portugal) nach Wladiwostok (Russland)
  • Vom 2. Juli bis 4. September 2017
  • 14.331 Kilometer in 64 Tagen, 2 Stunden und 26 Minuten
  • Unterwegs auf einem Rennrad von Lapierre mit SHIMANO ULTEGRA (mechanisch)
  • Zwei Weltrekorde: Schnellste Durchquerung Europas & schnellste Durchquerung Eurasiens

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Besonders die schiere Weite Sibiriens, die dortigen Straßenverhältnisse und der Verkehr forderten Jonas heraus. Er kämpfte mit extremen Temperaturunterschieden, heftigen Gegenwinden in der Steppe und der logistischen Schwierigkeit, in den dünn besiedelten Gebieten Russlands ausreichend Kalorien für bis zu 250 km auf dem Rad pro Tag zu finden. Bären traf er zwar nie, sie waren aber eine ständige latente Gefahr, weshalb er seine Nahrung außerhalb des Zeltes lagerte.

 

Was Jonas immer faszinierte, war die überwältigende Gastfreundschaft der Menschen in Osteuropa und Sibirien, die ihn trotz Sprachbarrieren oft zum Essen oder Übernachten einluden.

2018 – Panamerica Solo: Alaska – Feuerland

Unter dem Namen „Panamerica“ Solo stellte sich Jonas 2018 der mehr als legendären Route von Prudhoe Bay (Alaska) bis nach Ushuaia in Feuerland (Argentinien). Dabei durchquerte Jonas 14 Länder und fast alle Klimazonen der Erde: Von der arktischen Tundra über den tropischen Regenwald bis hin zu Hochgebirgspässen in den Anden. Den bestehenden Rekord im Bikepacking- und Unsupported-Stil um fast einen Monat zu unterbieten, war eine grandiose Leistung.

 

Die Fakten:

 

  • Von Prudhoe Bay (Alaska/USA) nach Ushuaia (Feuerland/Argentinien)
  • Vom 19. August bis 24. November 2018
  • 23.112 Kilometer in 97 Tagen, 21 Stunden und 10 Minuten
  • Unterwegs auf einem Rennrad von Cervelo mit SHIMANO DURA ACE (mechanisch)
  • Weltrekord: Schnellste unbegleitete Durchquerung der Panamericana (bisheriger Rekord lag bei 125 Tagen)

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Die Panamericana ist bekannt für ihre extreme klimatische Bandbreite: von -25 °C in der Arktis bis zu 45 °C in der Wüste. In Mittelamerika kämpfte er mit extremer Luftfeuchtigkeit und tropischen Stürmen, während in Südamerika die dünne Luft der Anden-Pässe (über 4.800 m) und die berüchtigten Winde Patagoniens an seinen Kräften zehrten. Dazu kamen fast 200.000 Höhenmeter, die auf der gesamten Route zu schaffen waren.

 

In Alaska musste er sein Camp aufgrund von Bärengefahr oft akribisch sichern und seine Nahrung sicher verstauen. In Patagonien war der Wind zeitweise so stark, dass er kaum noch vorankam und das Rad schieben musste. Trotz der Anstrengung genoss er die Sonnenuntergänge in der Wildnis, die er als Entschädigung für die Qualen empfand. Zudem lernte er, dass man in der Atacama-Wüste niemals ohne massiven Wasservorrat losfahren sollte.

2019 – Alps Extreme: Berchtesgaden – Genfer See

Mit seinem Bruder Siddharta Deichmann, der normalerweise im Fenstergewerbe tätig ist, startete Jonas 2019 die nächste „kleine“ Challenge. Unter dem Motto „Life is too short for cycling in the flat“ war das Ziel mit Rennrad im Bikepacking-Stil und komplett ohne Unterstützung mehr als 100.000 Höhenmeter in den Alpen zu absolvieren, was nach 22 Tagen auch erreicht wurde.

 

Die Fakten:

  • Berchtesgaden – Genfer See – Nizza – Genfer See
  • Vom 20. Juli bis zum 10. August 2019
  • 3.686 Kilometer in 22 Tagen (dazu über 100.000 Höhenmeter)
  • Unterwegs auf einem Rennrad von Curve mit SHIMANO ULTEGRA (mechanisch)

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Bei der Tour de France hat man fast jedes Jahr eine Königsetappe, bei der die Fahrer um die 5.000 Höhenmeter absolvieren müssen. Jonas und sein Bruder Siddharta hingegen hatten sich vorgenommen, jeden Tag eine Königsetappe der Tour de France zu erleben und zu erleiden. Die Brüder reduzierten ihre Ausrüstung auf ein Minimum im Bikepacking-Stil. Am Ende sind 100.000 Höhenmeter eine krasse Leistung, die etwa 12-mal der Höhe des Mount Everest entspricht.

2019 – Cape to Cape: Nordkap – Kapstadt

Unmittelbar nach dem Alpen-Projekt brach Jonas Deichmann zum großen Cape to Cape Rekordversuch auf, der am Ende auch gelang! Am Anfang begleitete ihn noch Extremradler und Fotograf Philipp Hympendahl, der aber in Ägypten krankheitsbedingt aufgeben musste. Jonas fuhr vom nördlichsten Punkt Norwegens bis zur Südspitze Afrikas. Trotz Lebensmittelvergiftung, Fahrt durch ein Kriegsgebiet und Visa-Hürden erreichte er das Ziel in Rekordzeit.

 

Die Fakten:

 

  • Vom Nordkap (Norwegen) nach Kapstadt (Südafrika)
  • Vom 8. September bis 19. November 2019
  • Ca. 18.000 Kilometer in 72 Tagen, 7 Stunden und 27 Minuten
  • Unterwegs auf einem Rennrad von Curve mit SHIMANO ULTEGRA (mechanisch)
  • Weltrekord: 30 Tage schneller als die bisherigen 102 Tage

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Dieses dritte große Abenteuer forderte viel von Jonas: Er durchquerte zwei Kontinente und musste sich dabei auf extrem unterschiedliche klimatische Bedingungen einstellen – von arktischer Kälte in Finnland und Russland bis zu 50 Grad Hitze in der Sahara, wo auch die Wasserversorgung zur Gefahrenquelle wurde.

 

In Ägypten verbrachte er eine Nacht im Gefängnis, bevor er weiterfahren durfte. In der Sahara erlitt er eine schwere Lebensmittelvergiftung, radelte aber trotzdem weiter und sein Zustand verbesserte sich. Eine dramatische Anekdote ereignete sich in Botswana: Während er geschützt innerhalb eines Polizeikontrollpunkts schlief, wurde draußen ein Hund von einem Löwen gefressen. Im Sudan erlebte er die herzlichsten Begegnungen der gesamten Reise und wurde mitten in der Wüste zu Tee eingeladen. In Äthiopien geriet er in die Wirren des aufziehenden Bürgerkriegs, kam aber glücklicherweise durch.

 

Hinzu kamen unerwartete 200-Kilometer-Gravel-Abschnitte auf vermeintlichen Teerstraßen. Das Titan-Rad von Curve mit 30-mm-Reifen hielt auch hier durch.

 

Cape to Cape war Jonas' Durchbruch über die Fahrrad-Community hinaus. Erstmals berichteten auch große Mediaportale wie Spiegel und FAZ über sein Abenteuer. Ein Buch, ein Film, deutlich gestiegene Social-Media-Zahlen und erste Talkshow-Einladungen folgten.

Vollständige Dokumentation zu Cape to Cape 2019

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2020 – Triathlon um Deutschland

Als Vorbereitung auf sein Triathlon-um-die-Welt-Projekt umrundete Jonas im Pandemie-Jahr 2020 Deutschland in Form einer 16-fachen Triathlon-Langdistanz. Zuerst schwamm er ab Lindau durch den Bodensee, anschließend radelte er entlang der deutschen Grenze vom Bodensee bis in den Norden und wieder in den Osten Bayerns. Zum Abschluss lief er quer durch Bayern zurück vom grenznahen Ort Zwiesel nach Lindau.

 

Die Fakten:

 

  • Von Lindau bis Lindau (Mit dem Fahrrad von Bodman bis Zwiesel)
  • Vom 22. Juli bis 22. August 2020
  • 60 Kilometer Schwimmen in 5 Tagen; 2.880 Kilometer Radfahren in 14 Tagen; 675 Kilometer Laufen in 12 Tagen
  • Unterwegs auf einem Gravelbike von Curve mit SHIMANO ULTEGRA (mechanisch)

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Während das Radfahren für Jonas nicht mehr die entscheidende Herausforderung darstellte, war es dieses Mal das Schwimmen, was ihm alles abverlangte – insbesondere das sogenannte „Swimpacking“. Es war das erste Mal, dass Jonas drei Disziplinen – Schwimmen, Radfahren und Laufen – in einem Projekt kombinierte. Er musste lernen, wie sein Körper auf das Ziehen eines Floßes beim Schwimmen unter realen Bedingungen reagiert. Das Boot sorgte zudem für viel Aufsehen bei Seglern. Das Projekt war ein wichtiger Testlauf in puncto mentaler Stärke und Dauerbelastung für sein großes Ziel: Dem Triathlon um die Welt.

2020/2021 – Triathlon 360° – Triathlon um die Welt

Dieses Projekt war ein großes mediales Ereignis: Jonas umrundete als erster Mensch die Erde in einem Triathlon. Die Reise dauerte 429 Tage und machte ihn weltweit berühmt. Insbesondere in Mexiko wurde er während seines Laufs als deutscher „Forest Gump“ zum Star. Zurück in Deutschland war ihm die mediale Aufmerksamkeit über die Fahrrad- und Triathlon-Bubble hinaus sicher. Während der Pandemie hatten sich wenige Abenteurer in die Welt hinaus getraut.

 

Die Fakten:

 

  • Von München bis München
  • Vom 26. September 2020 bis zum 30. November 2021 (14 Monate)
  • Etwa 455 Kilometer Schwimmen in 54 Tagen; 21.000 Kilometer Radfahren in 259 Tagen; 5.060 Kilometer Laufen in 117 Tagen (insgesamt 430 Tage)
  • Unterwegs auf einem Gravelbike von Curve mit SHIMANO GRX (mechanisch)
  • Damit ist Jonas der erste Mensch, der einen mehrfachen Triathlon um die Welt absolviert hat – Einen Rekord stellte er auch mit der längsten Schwimmstrecke ohne Begleitboot auf

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Dies war das ultimative Projekt, das ihn über Ozeane und Kontinente führte. Jonas Deichmann würde monatelang an der Adria-Küste entlangschwimmen, gegen die bittere Kälte des sibirischen Winters radeln und schließlich mit Amerika einen ganzen Kontinent durchqueren.

 

Die größte Hürde am Beginn der Tour war die globale Corona-Pandemie, die oft zu Grenzschließungen und Routenänderungen führte. Die Ungewissheit, ob er das Projekt überhaupt beenden könne, war neben der körperlichen Qual auch eine mentale Herausforderung. In der Türkei war er zu einer mehrwöchigen Zwangspause verdammt, da es keine Möglichkeit gab, nach Russland einzureisen.

 

Wegen des sibirischen Winters fuhr er auf seinem Titan-Gravelbike von Curve eine mechanische GRX-Schaltung. Dieser sibirische Winter bei bis zu -40 °C war trotz robusten Materials eine Herausforderung, die zu der Anekdote führt, dass Jonas jeden Tag auf seine Kette urinieren musste, um die Schaltung wieder aufzutauen. Alle paar Minuten musste er durchschalten, um erneutes Einfrieren zu verhindern.

 

Da die USA Jonas wegen der Pandemie verwehrt blieb, wich Jonas für die Laufstrecke nach Mexiko aus. Dies entpuppte sich als Glücksfall: 130 Kilometer begleitete ihn die Straßenhündin „La Coqueta“. In der Sierra Madre liefen tausende Menschen mit, Mariachi-Bands motivierten ihn, eine Polizeieskorte begleitete ihn, ein einbeiniger Ex-Fußballer lief 18 Kilometer lang mit und Jonas wurde als „Forrest Gump von Mexiko“ bekannt. Das Bild von Jonas mit seinem Bart und der roten Kappe wurde zur Ikone.

 

Zurück in Deutschland explodierte die Resonanz: Sein Buch über den Triathlon um die Welt verkaufte sich fast hunderttausend Mal, erschien monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste, eine Netflix-Dokumentation folgte, und Jonas wurde in Talkshows eingeladen.

 

2022 benötigte Jonas Deichmann Zeit für Vorträge, mediale Arbeit und für Regeneration.

2023 – Trans America Twice: Zweifache USA Durchquerung von New York bis Los Angeles und zurück

Unter dem Titel „Trans America Twice“ holte Jonas nach, was ihm während der Pandemie verwehrt blieb: Er durchquerte die USA erst mit dem Rad (Ost nach West) und lief anschließend die gesamte Strecke zurück (West nach Ost). Für die Laufstrecke brauchte er fast 4x so lange wie für die Radstrecke. Einen Tag nach seiner Ankunft lief er noch als sportliches Highlight beim New York City Marathon mit.

 

Die Fakten:

 

  • Von New York City nach Los Angeles (auf dem Rad) und von Los Angeles nach New York City zurück (als Läufer)
  • Vom 30. Juni 2023 bis zum 4. November 2023
  • 5.500 Kilometer in 26 Tagen (auf dem Rad); 5.500 Kilometer in 100 Tagen (als Läufer)
  • Unterwegs auf einem Gravelbike von Scott mit GRX (mechanisch)

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Die Herausforderung auf dieser Route war der krasse Wechsel der Belastung der Beine beim Radfahren zu den Gelenken beim Laufen. Besonders der zweite Teil des Laufens war anstrengend, da Jonas täglich einen Ultramarathon bewältigen musste.

 

Während der Radetappe kämpfte er gegen die gnadenlose Hitze im Death Valley (über 50 °C). Beim anschließenden Lauf waren Waldbrände, giftige Schlangen und der endlose Asphalt der Prärie die größten mentalen Belastungen. In der Mojave-Wüste war es so heiß, dass er seine Laufzeiten in die kühle Nacht verlegen musste – der glühende Asphalt fraß ihm dabei die Schuhsohlen regelrecht auf.

 

Schon der Beginn war aufregend: Sein Fahrrad ging bei der Anreise verloren und verzögerte den Start in New York. Ganz im Stil von Forrest Gump lief er mit einem kleinen Anhänger für seine Ausrüstung und traf viele „Real Life"-Charaktere Amerikas – die ihm Wasser an den Straßenrand stellten, ihn spontan zum Barbecue einluden oder ihm Burger und Getränke spendierten. Das Projekt endete triumphal beim New York City Marathon.

2024 – Challenge 120: 120 Triathlon Langdistanzen in 120 Tagen

Die bisher größte sportliche Herausforderung von Jonas war auch gleichzeitig ein echtes Community-Event, das viele hundert Leute zum Ausdauersport animierte. Bei der „Challenge 120“ absolvierte Jonas im Triathlon-Landkreis Roth jeden Tag eine komplette Triathlon-Langdistanz, und das vier Monate lang am Stück. Das Projekt entwickelte sich zu einem Volksfest in der Region Roth. Jeden Tag begleiteten ihn hunderte Mitstreiter. Höhepunkt war die Challenge Roth am 7. Juli 2024, an diesem Tag durfte er auf die Originalstrecke und hatte die Hälfte der 120 Langdistanzen absolviert.

 

Die Fakten:

 

  • Im Landkreis Roth auf der Triathlon-Strecke
  • Vom 9. Mai bis zum 5. September 2024
  • Insgesamt 456 Kilometer Schwimmen; 21.600 Kilometer Radfahren; 5.040 Kilometer Laufen in 120 Tagen
  • Mit einem Triathlon Rennrad von Scott mit SHIMANO DURA ACE (Di2) unterwegs
  • Neuer Weltrekord von 120 Triathlon Langdistanzen hintereinander (Bisher 105 von Sean Conway)

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Das sportlich härteste Projekt von Jonas – 120 Triathlon Langdistanzen in 120 Tagen – war ein Highlight für den gesamten Landkreis Roth. Roth war bewusst gewählt. Dort findet nicht nur jedes Jahr die Challenge Roth statt: Der gesamte Landkreis lebt Triathlon – sogar als Schulsport.

 

Nach den Rekorden in der ganzen Welt stand in diesem Jahr der soziale Aspekt und die Inspiration anderer im Vordergrund: Am letzten Tag verfolgten 3.000–4.000 Menschen das Finale, über 500 liefen den abschließenden Marathon mit. Insgesamt absolvierten mehr als 1.000 Menschen einen oder mehrere Triathlons gemeinsam mit Jonas. „Insgesamt ist das Durchschnittsgewicht des Landkreises in dieser Zeit bestimmt um 1-2 Kilogramm gesunken“, witzelt Jonas.

 

Das sportliche Ziel war es, die absolute Grenze der menschlichen Regenerationsfähigkeit unter extremer Dauerbelastung zu erforschen und zu erreichen. Ein Ruhetag war nicht möglich.

 

Jonas musste jeden Tag gegen die Müdigkeit und kleinere Entzündungen in den Sehnen ankämpfen. Die logistische Herausforderung, täglich genug Energie aufzunehmen (bis zu 10.000 Kilokalorien) und gleichzeitig den Zeitplan einzuhalten, war ein Vollzeitjob. Trotz Schmerzen durfte er mental niemals nachgeben, um den Rhythmus nicht zu verlieren.

 

Jonas aß während der Radetappen oft Nudeln direkt aus der Dose, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Die Begeisterung im Landkreis Roth war so groß, dass er sich wie ein Rockstar fühlte, wenn ihn hunderte Menschen auf der Laufstrecke begleiteten. An seinem 100. Tag absolvierte eine Spezialeinheit der Polizei die Strecke gemeinsam mit ihm.

2025 – Langdistanz mit Freunden

Im Jahr 2025 war das Ziel zu regenerieren. Obwohl Jonas es ruhiger angehen ließ, schuf er 2025 ein neues Format: Langdistanz mit Freunden an wechselnden Orten. In 12 Monaten sollten es 12 Langdistanzen werden, von denen Jonas 11 absolvierte (eine musste krankheitsbedingt abgesagt werden.). Er lädt jeden Monat dazu ein, ihn bei einer kompletten Triathlon-Langdistanz an wechselnden Orten zu begleiten.

 

Die Fakten:

 

  • 11x Triathlon Langdistanz
  • (Fast) jeden Monat im Jahr 2025
  • 11x Triathlon Langdistanz sind: Ca. 42 Kilometer Schwimmen; Ca. 1.980 Kilometer Radfahren; Ca. 464 Kilometer Laufen
  • Mit einem Rennrad mit SHIMANO DURA ACE (Di2) unterwegs

 

Herausforderungen, Erlebnisse und Anekdoten:

 

Nach der extremen Belastung von Challenge 120 gönnte Jonas seinem Körper ein Jahr der behutsamen Erholung. Die vollständige Regeneration – inklusive Rückkehr von Kraft und Schnelligkeit – dauerte fast zwölf Monate. In dieser Zeit war er anfälliger für Infekte, was bei einer wöchentlichen Trainingsbelastung von fast 100 Stunden während des Projekts völlig normal ist.

 

So entstand ein völlig neues Format: monatliche Community-Triathlon-Langdistanzen ohne Startgeld, ohne Zeitmessung, ohne Voranmeldung – einfach mitmachen, solange man kann. 11 von 12 geplanten Events fanden statt. In München kamen bis zu 400 Teilnehmende zusammen. Weltmeister wie Patrick Lange oder Legenden wie Sean Conway begleiteten ihn auf Teilstrecken. Das Konzept füllte eine echte Lücke: Langdistanz-Triathlon als Gemeinschaftserlebnis statt kommerziellem Wettkampf.

2026 – Tour around Europe (Mit dem Gravelbike entlang der Grenzen Europas)

Für das Jahr 2026 plant Jonas Deichmann ein neues, großes Fahrrad-Abenteuer durch Europa. Nachdem er in den letzten Jahren vermehrt im Hochleistungssport aktiv war, vor allem mit seinem Projekt „Challenge 120“, möchte er 2026 wieder zum klassischen Abenteuer im Bikepacking-Stil zurückkehren.

 

Hier sind die Details für seine Pläne 2026:

 

  • Das Projekt: Er plant eine Umrundung Europas entlang der Außengrenzen
  • Start ist für den 25. April 2026 in München geplant
  • Das Ziel soll auch in München sein, im November plant er anzukommen
  • Distanz: Insgesamt ca. 24.000 Kilometer
  • Höhenmeter: Etwa 250.000 Höhenmeter, da die Route oft durch Küstengebirge und das hügelige Hinterland führt
  • Terrain: Der Gravel-Anteil soll bei etwa 40 % liegen, Asphalt liegt demnach ungefähr bei 60%
  • Zu zweit unterwegs: Seine Partnerin, die Triathletin Josefine Rutkowski, wird ihn auf dieser Reise begleiten

 

Die Route führt über die Alpen nach Italien (bis Sizilien), entlang der Westküste nach Südfrankreich, Spanien und Portugal. Von dort geht es durch Nordspanien (Galizien) und Frankreich (Bretagne) über die Benelux-Staaten nach Norddeutschland, Dänemark und Norwegen. In Norwegen folgt er der Küste bis zum Nordkap, fährt dann durch Ostfinnland nach Helsinki und über das Baltikum sowie Ostpolen weiter nach Süden. Über die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Griechenland (bis Athen) führt der Weg schließlich über die Balkanroute zurück nach München.