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Wie funktionieren Klickpedale?

Kurz zur Terminologie: Ich bin ein großer Freund des Denglischen und sage meistens Cleats, aber Schuhplatten, Pedalplatten, Klickplatten, was auch immer: gemeint ist immer Dasselbe. Und zwar mehr oder weniger kleine Verbindungselemente, die man sich unter dem Vorderfuß an die Schuhe schraubt. Die rasten durch Druck in die passenden Pedale ein und lassen sich mit einer Drehbewegung wieder lösen.

 

Wer lieber Videos guckt statt liest, erzähle ich (fast) alles auch hier auf YouTube:

 

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Vorteile von Klickpedalen bzw. Cleats

Man benutzt Cleats, damit Schuh und Pedal zu einer Einheit werden. Weil man

 

  • damit nicht nur runter treten, sondern auch rauf ziehen kann,
  • eine bessere Kraftübertragung hat,
  • die Muskeln weniger belastet werden und
  • der Fuß konstant in der gleichen Position gehalten wird.

Kraftübertragung: Warum feste Verbindung mehr Power aufs Pedal bringt

Punktlandung: Mehr Stabilität und weniger Schmerzen durch die richtige Position auf dem Pedal

Welche SHIMANO Klicksysteme gibt es überhaupt?

SPD – Für Schotter gemacht (und für Einsteiger)

SPD steht für „SHIMANO Pedaling Dynamics“. Das sind die klassischen Mountainbike-Schuhplatten, die auch für Gravel am besten funktionieren.

 

Sie sind aus Metall, wodurch sie robust und langlebig sind und vor allem ziemlich klein. Durch die geringe Kontaktfläche ist der Druck und Zug am Schuh zwar punktueller als bei den größeren Rennrad-Cleats. Und deswegen hat man eine etwas weniger optimale Kraftübertragung.

 

Aber: Mit SPD kann man wesentlich besser laufen als mit Rennradschuhplatten. Das ist der Hauptgrund, warum sie für Mountainbike oder Gravel verwendet werden: weil Schiebe- oder Tragepassagen wesentlich häufiger vorkommen als auf Asphalt.

Pontoon – Die Innovation für Gravel Racing

SPD-SL – Ab auf den Asphalt

Für noch ernsthaftere Verkupplung gibt‘s SPD-SL. Das Anhängsel „SL“ steht für „Superlight“ und ist die meistverkaufte Rennrad-Schuhplatte weltweit. 

 

Die Unterschiede zu SPD sieht man sofort: SPD-SL ist wesentlich größer und auch höher. Dadurch wird die Kraft breiter und flächiger aufs Pedal übertragen, was die Belastung vom Fuß reduziert, weil der Druckpunkt im Vergleich zu SPD größer ist.

 

Das sieht man auch beim Pedal. SPD-SL hat einen ganz anderen Aufbau, mit einer nahtlosen Schnittstelle zwischen Schuhplatte und Pedal und einer extrabreiten Auflagefläche. Das hält bombenfest.

 

Aber: Man kann mit SPD-SL Schuhplatten nicht so gut laufen wie mit SPD-Cleats, weil die Dinger viel weiter von der Sohle abstehen. Damit hat man zwar im Pedal einen extrem sicheren Halt – aber beim Laufen eben nicht.

 

Da man mit Rennrädern aber eigentlich nicht in unwegsamem Gelände unterwegs ist, kann man es eher verkraften, wenn man beim Gehen etwas rumeiert.

Was ist deine Lieblingsfarbe? Varianten und Funktionen von SPD-SL Float oder Fix? Rot, Blau oder Gelb?

Kleine Cleat-Kunde für Farbverwirrte

Anders als SPD-Cleats sind SPD-SL-Schuhplatten nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. Dadurch sind sie leichter, nutzen sich aber auch schneller ab. Passiert bei mir häufig, weil ich auch mein Rennrad ständig irgendwo durchs Kiesbett trage...

 

Bei Schwierigkeiten beim Ein- oder Ausklicken (zu schwer oder zu leicht), oder wenn man bei Fahren keinen festen Halt mehr hat: Cleats wechseln. Auch an den farbigen Parts sieht man gut, wann sie abgenutzt sind und man sie austauschen sollte. 

 

Die Farben zeigen den sogenannten „Float“ an. Also: wie weit man den Schuh zur Seite drehen kann, bis er ausklickt.

 

Es gibt drei Varianten von SPD-SL Cleats:

 

  • Rote Cleats haben keine Bewegungsfreiheit, einen Float von 0 Grad, sitzen also maximal fest
  • Blaue Cleats haben einen Float von 2 Grad
  • Gelbe Cleats haben eine Bewegungsfreiheit von 6 Grad

 

Ich habe auf meinem Rennrad die Gelben, weil sie durch den größeren Bewegungsspielraum die Knie schonen. Ich bin alt. Ich hab Knie. Würde ich aber auch unabhängig davon empfehlen, weil man auch einfacher ausklicken kann und die Gelben auch bei der Montage mehr Fehler verzeihen, was die Positionierung angeht. Apropos Fails...

Same same but different: Der Schuh muss zum Cleat muss zum Pedal passen

Ganz wichtig: Die Systeme sind untereinander nicht kompatibel! Das Pedal muss zur Schuhplatte passen und die Schuhplatte zum Schuh. (Wenn man nicht mit Adaptern rumtun will. Und das will man nicht.)

 

Bei Mountainbike und Gravel-Schuhen könnte man meist sowieso kein SPD-SL-Rennrad-Cleat montieren, weil nicht genug Platz im Profil der Sohle ist. Während das bei den glatten Rennradsohlen kein Problem wäre. Theoretisch.

 

Aber: das funktioniert auch wegen den Bohrlöchern nicht: SPD-Cleats werden mit zwei Schrauben befestigt, SPD-SL mit dreien.

 

> Also immer dran denken, wenn man Schuhe, Pedale oder Cleats kauft: Alles muss zusammenpassen!

Die Angst vor dem Umfallen – und wie man es vermeidet

Die größte Angst ist, nicht rechtzeitig aus dem Pedal rauszukommen. Paniksituation Ampelstopp. Gerade am Anfang ist es total ungewohnt, wenn man seinen Fuß anhebt und nicht vom Pedal loskommt. Aber davon bitte nicht abschrecken lassen! Ich schwöre: Nach kürzester Zeit macht man die Drehbewegung zum Lösen ganz automatisch. Das ist wie bei der Kupplung im Auto – darüber denkt man ja auch nicht mehr nach.

 

Tipps für smoothes Ausklicken

 

  • Bei den meisten Pedalen kann man eine geringere „Auslösehärte“ einstellen, damit man nicht so viel Kraft braucht und schon mit einer kleinen Drehbewegung aus den Dingern rauskommt. 
  • Einfach bei SPD- und SPD-SL-Pedalen miteinem 3mm Innensechskantschlüssel in Richtung Minus drehen, dann wird die Feder weniger gespannt, die Schnalle lockerer und die Schuhplatte ist nicht mehr so sehr fest fixiert.
  • Am besten am Anfang im Stand irgendwo anlehnen (Wand? Baum? Buddy?) und das Ein- und Ausklicken üben, damit das Hirn den Bewegungsablauf lernt.
  • Und dann vor Ampeln und Co angewöhnen, das Standbein nicht erst beim Stillstand, sondern schon ein paar Meter vorher, noch während des Rollens aus dem Pedal auszuklicken. YOU GOT THIS!

Das Fazit – Drum prüfe wer sich (ewig?) bindet