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In ganz Europa ist Radfahren weithin als Eckpfeiler der gesunden und nachhaltigen Mobilität anerkannt. Neue Erkenntnisse aus dem jüngsten State of the Nation Report legen jedoch nahe, dass die Lücke zwischen Anspruch und Realität wächst und droht, die Beteiligung zu einem kritischen Zeitpunkt zu verlangsamen.

 

Basierend auf einer repräsentativen Umfrage unter 25.000 Personen in 25 Ländern Europas stellt der State of the Nation Report 2025 drei miteinander verknüpfte und für die Zukunft des Radfahrens entscheidende Herausforderungen fest: Zugang zu Fahrradwartung, Kindersicherheit und das Tempo der Infrastrukturentwicklung.

Wartung: Ein verstecktes Beteiligungshindernis

Die vielleicht besorgniserregendste Erkenntnis ist, dass 121 Millionen Menschen in ganz Europa weniger Fahrrad fahren, weil sie einen erschwerten Zugang zu Fahrradreparaturen und -wartungen haben. Insgesamt geben geschätzte 212 Millionen Menschen an, dass sie in Bezug auf die Fahrradinstandhaltung mit Hindernissen wie hohen Kosten, langen Wartezeiten, Mangel an lokalen Fahrradgeschäften oder begrenzten Öffnungszeiten konfrontiert sind.

 

Bei vielen wirken sich diese Hindernisse direkt auf ihr Verhalten aus. Mehr als jeder fünfte Befragte gab an, sich deshalb stärker auf andere Verkehrsmittel zu verlassen, während 16,4 % das Radfahren ganz aufgegeben haben. Wenn die Instandhaltung eines Fahrrads kompliziert, teuer oder unbequem erscheint, leidet die Nutzung darunter. Diese Ergebnisse deuten auf ein strukturelles Risiko für das Radfahren hin: Ohne zugängliche, zuverlässige Instandhaltungsmöglichkeiten kann selbst eine starke Infrastruktur die langfristige Nutzung nicht aufrechterhalten.

Kindersicherheit: Ein langfristiges Risiko

Der Bericht macht auch die wachsende Besorgnis über die Sicherheit von Kindern beim Radfahren deutlich. In ganz Europa glauben weniger als zwei von fünf Befragten, dass das Radfahren für Kinder im letzten Jahr sicherer geworden ist. In einigen Ländern verbessert sich die Wahrnehmung, während in anderen Ländern der Fortschritt zu stagnieren oder sich sogar umzukehren scheint.

 

Am auffälligsten ist das Ergebnis bei traditionell starken Radfahrnationen. Aus den Niederlanden, die lange Zeit als globaler Maßstab galten, wird eine insgesamt negative Wahrnehmung der Sicherheit von Kindern beim Radfahren berichtet. Die Gründe hierfür sind komplex, unter anderem spielen Veränderungen im Verkehrsmix und bei den auf Fahrradspuren anzutreffenden Fahrzeugtypen eine Rolle; klar ist jedoch, dass die zukünftige Beteiligung auf dem Spiel steht, wenn Kinder sich beim Radfahren nicht sicher fühlen.

 

In allen Ländern bestand eine überwältigende Einigkeit in Bezug auf eine Lösung: Eine kinderfreundlichere Fahrradinfrastruktur. Sichere Wege, Trennung vom übrigen Straßenverkehr und eine für junge Radfahrer gestaltete Umgebung sind nach wie vor von zentraler Bedeutung für die Entwicklung lebenslanger Fahrradgewohnheiten.

Infrastruktur: Fortschritte, Erwartungen und Dynamik

Die Wahrnehmung der Fahrradinfrastruktur ist europaweit sehr unterschiedlich. Länder wie Polen, Frankreich und Finnland berichten von großen Verbesserungen, während andere hinterherhinken. Interessanterweise rangieren die Niederlande, Belgien und Dänemark, die oft als Pioniere des Radfahrens angesehen werden, am Ende der Rangliste.

 

Dies drückt nicht unbedingt ein Scheitern aus, sondern spiegelt eher die Erwartungen wider. In reifen Fahrradmärkten sind die Standards hoch und es muss kontinuierlich Fortschritte geben. Für die Industrie und die Politik stellt dies eine Herausforderung dar: Wenn führende Märkte an Dynamik einbüßen, riskieren sie, ihre Rolle als Innovationstreiber und kulturelle Vorreiter zu verlieren.

Eine Handlungsaufforderung

Ties van Dijk, zuständig für Interessenvertretung bei Shimano Europe, kommentiert wie folgt:

 

„Der State of the Nation Report ist ein Weckruf für alle, denen die Zukunft des Radfahrens in Europa am Herzen liegt. Millionen von Menschen möchten Fahrrad fahren, aber werden durch Hindernisse davon abgehalten, die es nicht geben sollte.“

 

Die Ergebnisse unterstreichen eine einfache Wahrheit: Infrastruktur allein reicht nicht aus. Um die Zukunft des Radfahrens zu sichern, muss Europa die Wartung von Fahrrädern vereinfachen, das Radfahren für Kinder sicherer machen und kontinuierlich in Systeme investieren, die das alltägliche Radfahren heute und für kommende Generationen unterstützen.

Was Shimano unternimmt

Shimano hat sich verpflichtet, die im State of the Nation Report hervorgehobenen Herausforderungen anzugehen, nicht nur durch Produktinnovationen, sondern auch durch die Stärkung des gesamten Fahrradsystems zur Unterstützung von Fahrerinnen und Fahrern in jeder Phase.

Verbesserung des Zugangs zu Wartungsmöglichkeiten

Shimano hat erkannt, dass der Zugang zu zuverlässigen Reparatur- und Wartungsdienstleistungen für eine nachhaltige Beteiligung entscheidend ist, und investiert daher in Initiativen, die die Rolle des Fahrradmechanikers aufwerten.

 

Programme wie die Shimano Mechanics Championship würdigen technische Exzellenz, Professionalität und Handwerkskunst in diesem Beruf und unterstreichen gleichzeitig die wichtige Rolle, die Mechaniker für den Stellenwert des Radfahrens in Europa spielen.

 

Zugleich konzentriert sich die Initiative „NextGen Mechanics” von Shimano auf die Zukunft des Berufs und unterstützt die Ausbildung, Weiterbildung und Einstiegsmöglichkeiten für junge und angehende Mechaniker. Durch die Förderung der Entwicklung von Fähigkeiten und Selbstvertrauen an der Basis möchte Shimano lokale Reparaturnetzwerke stärken und Hindernisse aufgrund von Kosten, Verfügbarkeit und langen Wartezeiten abbauen.

Engagement für Sicherheit von Kindern beim Radfahren

Shimano arbeitet eng mit Interessenverbänden, Kommunen und Partnern zusammen, um sicherere Rahmenbedingungen für Kinder im Straßenverkehr zu fördern. Dazu gehört die Unterstützung von Kampagnen, die sich für eine kinderfreundliche Infrastruktur, Verkehrserziehung und Maßnahmen einsetzen, die jungen Radfahrern bei der Entwicklung sicherer und souveräner Fahrgewohnheiten helfen, die sie bis ins Erwachsenenalter begleiten.

Förderung besserer Infrastruktur und Politik

Mit seiner Lobbyarbeit leistet Shimano anhand von Forschungsergebnissen, Daten und Fachwissen einen Beitrag zu politischen Diskussionen auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene. Durch Erkenntnisse aus dem State of the Nation Report unterstützt Shimano eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung, die kontinuierliche Investitionen in die Fahrradinfrastruktur fördert, insbesondere auch in reifen Märkten, in denen die Erwartungen hoch sind und die Dynamik aufrechterhalten werden muss.

Unterstützung der Fahrrad-Community

Von lokalen Initiativen bis hin zu internationalen Partnerschaften unterstützt Shimano weiterhin Organisationen und Programme, die die Beteiligung fördern, den Zugang verbessern und die Fahrradkultur stärken. Das Ziel lautet einfach: Sicherzustellen, dass das Fahrrad auch in Zukunft eine praktische, integrative und attraktive Option für die tägliche Mobilität bleibt.