-
- Kleine Geschichte des Gravelbikes
- Eine Erfolgsgeschichte
- 13/03/2026
Die moderne Gravelbike-Bewegung hat ihre Wurzeln eindeutig in den USA. Besonders im mittleren Westen – in Bundesstaaten wie Kansas, Iowa oder Nebraska – gibt es ein riesiges Netz aus gravel roads: Endlose, kaum befahrene Schotterstraßen, die landwirtschaftliche Flächen verbinden. Dort begannen Rennradfahrer schon in den 2000er-Jahren, ihre Bikes umzubauen: breitere Reifen, stabile Laufräder, Scheibenbremsen (lange bevor sie im Rennradsport akzeptiert waren). Es ging weniger um Geschwindigkeit als um Reichweite, Abenteuer und Selbstständigkeit.
Auch der Straßenverkehr spielte bei der Entwicklung des Gravelbikes eine entscheidende Rolle: Da es in den USA im ländlichen Raum – anders als in Mitteleuropa – wenige bis gar keine Radwege gibt und man darauf angewiesen ist auf den gefährlichen Highways zu fahren, teilt man sich die Straße mit schweren Pick-ups & Trucks mit hohem Tempo. Das wirkt sich nachteilig auf Sicherheit und Fahrfreude aus.
Vorläufer im Gravel-Bereich war auch ein Pionier wie John Tomac, der als Mountainbiker damit auffiel, an seinem Gefährt einen Rennlenker zu montieren. Für die frühen 90er war das ungewöhnlich. Auch wenn man diesen Vorläufer schwer als Gravelbike im heutigen Sinn bezeichnen kann, war die Idee dahinter inspirierend: Ist es möglich auch auf Trails und Schotterwegen mit Rennlenker zu fahren?
Ein oft zitierter Startpunkt der Szene ist das Jahr 2006 mit dem Dirty Kanza (das 2020 in UNBOUND Gravel umbenannt wurde). Was als lokales Abenteuer mit wenigen Dutzend Teilnehmern begann, entwickelte sich zu einem der wichtigsten und härtesten Gravelrennen der Welt – mit mehreren tausend Startern und internationaler Strahlkraft.
Heute gilt das UNBOUND als die inoffizielle Weltmeisterschaft der Gravelszene. 2023 gewann die Bremerin Carolin Schiff das Rennen (2026 wird sie mit dem neu gegründeten Team Canyon × DT Swiss All-Terrain Racing unterwegs sein).